Zum Tod von Hans-Jochen Vogel

Veröffentlicht am 03.08.2020 in Bundespolitik

Im Zeit-Magazin vom 03.08.2020 schreibt Christoph Amend unter der Rubrik

"Was für ein Tag"

Auf der Trauerfeier für Hans-Jochen Vogel heute in München hat seine Frau Liselotte Vogel eine Abschiedserklärung ihres Manns vorgelesen.....

Hans-Jochen Vogels letzter Satz ist eine Aufforderung an uns alle:

“Sorgen Sie dafür, dass Deutschland bleibt, wofür wir gekämpft haben.”


 

Was für ein Tag!

 

Auf der Trauerfeier für Hans-Jochen Vogel heute in München hat seine Frau Liselotte Vogel eine Abschiedserklärung ihres Manns vorgelesen, die er, wie sie sagte, "mit großer Anstrengung seinem Sohn diktiert” habe. Er nennt darin als seine Vorbilder Willy Brandt, Helmut Schmidt und Herbert Wehner. Der letzte Satz aus seiner Erklärung geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Es ist eine Aufforderung an uns alle, die gerade an Tagen wie diesen, an denen sich so viele Menschen und Gruppen unversöhnlich gegenüberstehen und sich gegenseitig vorwerfen, intolerant zu sein, wichtig ist. Hans-Jochen Vogel, Jahrgang 1926, hat an sich selbst erlebt, was es bedeutet, wenn die Demokratie abgeschafft wird, wenn es keine Toleranz mehr gibt – und man selbst die Gefahren nicht erkennt. Nach 1945 gehörte er zu denen, die dabei halfen, die Demokratie in Deutschland neu aufzubauen – und sie gegen Radikale zu verteidigen, wann immer es nötig war. Hans-Jochen Vogels letzter Satz ist eine Aufforderung an uns alle: “Sorgen Sie dafür, dass Deutschland bleibt, wofür wir gekämpft haben.”

 

     

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