Gute Bildung ist wesentlich für die Zukunft in Deutschland

Veröffentlicht am 28.11.2012 in Veranstaltungen

Offenburgs SPD-Vorsitzende Ulrike Weidt und Christoph Bayer, MdL


Als „Mann der Praxis“ stellte Offenburgs SPD-Vorsitzende Ulrike Weidt den Referenten im Familienzentrum Innenstadt vor. Und MdL Christoph Bayer blieb den Beweis nicht schuldig. Der bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion überraschte mit einem selbstgedrehten Film. Darin kamen Schulkinder zu Wort, die in der Schliengener Hebelschule zeigen, dass sie selbständiges Arbeiten gewohnt sind. Diese Gemeinschaftsschule sei schon länger auf zielführendem Weg. Die vom Stadion bekannte Coachingzone - es gibt sie auch in den Klassenzimmern, wo das einzelne Kind sich mit der Lehrkraft berät und seine individuelle Aufgabe bespricht.

Bayer verdeutlichte am konkreten Beispiel, worauf es der SPD ankomme: Motivation, Leistungsbereitschaft und Chancengleichheit. Die SchülerInnen sollen selbst erfahren, wo ihre Stärken liegen, den Erfolg sich selbst und ihrem Bemühen zuschreiben können. Dazu bedürfe es nicht bloß kosmetischer Änderungen, wie es die Mappus-Regierung mit der Werkrealschule versucht habe; notwendig seien vielmehr strukturelle Reformen. Stichworte seien: längeres gemeinsames Lernen, Ganztagsunterricht, lebensweltliche Orientierung, Stärkung des Elternwillens, Mitwirkung von Vereinen und Verbänden. Wer sozial fördern will, komme nicht umhin, eine Schulkultur der Gemeinsamkeit zu entwickeln.

Mit dem „Pakt für Familien“, der sich aus der Erhöhung der Grunderwerbsteuer finanziert, habe man einen Anfang gemacht. „Wir haben die Kommunen damit beim Ausbau der Vorschulangebote massiv unterstützen können. Die Anerkennung dafür ist nicht ausgeblieben“, so Bayer. Trotzdem musste Bayer einige unangenehme Fragen und kritische Anmerkungen beantworten. Themen waren der Unmut in Lehrerkollegien wegen der Besoldungsthematik, der unzureichenden Krankheitsvertretung sowie die Folgen der notwendigen regionalen Schulentwicklung für einzelne Gemeinden und Schulen.

Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass das dreigliedrige Schulsystem seine Zukunft hinter sich hat. Drastischer formuliert: dieses überkommene Modell ist tot. Es komme jetzt darauf an, ein Zwei-Säulen-Modell zu etablieren: die Gemeinschafts- bzw. Verbundschule und das allgemeinbildende bzw. berufsorientierte Gymnasien.

Bildung möge „ein teurer Spaß“ sein, aber sie sei die entscheidende Voraussetzung für eine gute gesellschaftliche Entwicklung. „Da wo viel Geld ist, braucht es auch eine größere finanzielle Verantwortungsübernahme, dies gilt auch für den Bund gegenüber den Ländern“, so die feste Überzeugung von Bayer. Die Regierung gehe mit gutem Beispiel voran, wenn sie die Mittel für die Volkshochschulen und kirchliche Bildungsträger erhöhe.

 

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